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Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Oberhatzkofen

Oberhatzkofen Kirche
Mariä Himmelfahrt Oberhatzkofen

Die Kirche wurde 1743 erbaut und 1786 geweiht, im gleichen Jahr wie das Margareten-Kirchlein in Niederhatzkofen. Schon die Bassgeigenfenster des Äußeren sowie die darüberliegenden kreisrunden sog. „Ochsenaugen“ deuten an, dass es sich hier um eine Rokokoschöpfung handelt. Die stilistische Übereinstimmung mit der nahegelegenen Kirche von Oberotterbach legt die Annahme nahe, dass hier der gleiche Baumeister am Werk war, nämlich der Landshuter Hofmaurermeister Johann Georg Hirschstötter.Der lichtvolle, farbenfrohe Innenraum ist mit reicher Stuckdekoration, Ranken und Gitterwerk, verziert. Die große Spannweite des Gewölbes im Langhaus und in der Kuppel des Chores ist technisch so gemeistert worden, dass man eine Holzschalung gefertigt und diese dann verputzt hat. Die Kirche ist geostet, so dass das Licht der aufgehenden Sonne im Sommer durch das Heilig-Geist-Fenster von hinten auf die Figuren des Hochaltares fällt und ihnen dadurch eine Aureole verleiht. Ein wuchtig ausladendes, umlaufendes Kranzgesims verdeckt den Gewölbeansatz und gibt der Decke Leichtigkeit.Der Hochaltar mit seinem dreistufigen Aufbau bildet den Blickpunkt des ganzen Raumes. Links und rechts neben dem aus rotem Stuckmarmor gefertigten Altartisch erheben sich die lebensgroßen Figuren von St. Petrus und Paulus. In der Mitte befindet sich ein reich verzierter Rokokotabernakel. Die mittlere Ebene, strukturiert von vier gewundenen Zopfsäulen, wird beherrscht von einer schönen spätgotischen, farbig gefassten Holzfigur St. Maria mit dem  Jesuskind. Sie wird um 1480-90 datiert; der Strahlenkranz ist wohl eine spätere Zutat. Links und rechts über den seitlichen Durchgängen kann man den hl. Florian und den hl. Sebastian erkennen. Die dritte Ebene bildet ein stattlicher Aufsatz, in dessen Zentrum sich eine farbig gefasste Holzgruppe der Hl. Dreifaltigkeit befindet.In den vier Zwickeln des Chorgewölbes finden sich Stuckreliefs der Kirchenväter. Durch ihre Attribute sind erkennbar: Ambrosius mit dem Bienenkorb, Augustinus mit dem Herzen, Gregor I. als Papst und Hieronymus mit dem Kardinalshut. Das Deckengemälde ist nicht aus der Erbauungszeit der Kirche, sondern wurde von einem G. Halter 1907 angelegt, der aber durchaus als Könner anzusprechen ist. Es stellt die Hl. Dreifaltigkeit und Maria dar, umgeben von Trinitariermönchen. Der Orden der Trinitarier (1198 gegründet) hatte sich zum Ziel gesetzt, christliche Sklaven aus der Knechtschaft loszukaufen. Diesbezügliche Anspielungen (Negersklaven) finden sich auch in unserem Deckengemälde. An der rechten Seite des Bildes ist ein halb gemalter, in seinen Beinchen aber plastisch gestalteter Engel dargestellt, der in beliebter Rokokomanier die Grenzen zwischen Malerei und Plastik verwischt.Die beiden Seitenaltäre zeigen links das Martyrium des hl. Sebastian, rechts die Hl. Familie.

Erwähnenswerte Ausstattungsstücke in der Kirche sind des Weiteren die Kanzel aus elegantem Stuckmarmor, das Taufbecken aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und der Kreuzweg in vergoldeten Rokoko-Schnitzrahmen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen noch die beiden jüngst restaurierten Reliquienschreine mit sog. „Katakombenheiligen“ von 1725.

Eine kunstgeschichtliche Besonderheit findet sich im Untergeschoss des massigen Turmes: ein frühgotischer Freskenzyklus, den man als Bilderbibel aus dem Blickwinkel „Maria“ ansprechen kann. An der Nordwand ist das Heilsgeschehen bis zur Geburt Mariens dargestellt, an der Südwand das Geschehen nach dem Kreuzestod, Christi Himmelfahrt und die Aussendung des Hl. Geistes. Die Fresken an der Ostwand sind bis auf Reste durch einen Fensterdurchbruch zerstört worden. Hier darf man aber das Geschehen um Christi Geburt (Reste der Verkündigung sind noch erkennbar) und den Kreuzestod annehmen. An der Decke treten aus einem Sternenhimmel die Symbole der vier Evangelisten hervor. Das Erdgeschoss des Turmes war vermutlich der Altarraum der mittelalterlichen Vorgängerkirche (sog. „Chorturmkirche“).

Insgesamt ist die Pfarrkirche zu Oberhatzkofen in kunstgeschichtlicher Hinsicht als bemerkenswerte Rokokoschöpfung anzusehen, ebenso haben die relativ gut erhaltenen Fresken aus der Gotik überregionale Bedeutung.

(Text: Willi Niedermeier)

Filialkirche St. Margareta Niederhatzkofen

Niederhatzkofen Kirche
St. Margareta Niederhatzkofen

Der älteste Teil des schmucken Kirchleins, der Chor, geht auf die Spätgotik (um 1500) zurück, das angebaute Langhaus stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Innere der Kirche ist durch überreichen, sehr qualitätvollen Stukkaturenschmuck aus der Zeit des frühen Rokoko um 1740 geprägt (Wessobrunner Schule). Durch die zarte Tönung der Stukkaturen entsteht eine elegante Raumwirkung.

Die Kirche ist der hl. Margareta geweiht, Märtyrerin aus Antiochia in Kleinasien, die angeblich um 310 n. Chr. unter Diokletian enthauptet wurde. Abbildungen der „Margret mit dem Wurm“, dem Teufel in Gestalt eines Drachen , der sie im Kerker zum Glaubensabfall bewegen wollte und den sie mit dem Kreuzzeichen in die Flucht schlug, finden sich wiederholt in der Kirche. So ist die hl. Margarete auf dem Altarblatt des Altares als elegante Rokokodame dargestellt, im Deckengemälde schwebt sie, umgeben von zahlreichen Engeln, in den Himmel und eine der vier farbig gefassten Holzfiguren zeigt sie nochmals in plastischer Darstellung. Des Weiteren ist in drei Fresken an der Emporenbrüstung der Leidensweg der Heiligen festgehalten, und zwar die Versuchung durch den Drachen im Kerker, die Verurteilung vor Gericht und ihre Enthauptung.

Die drei weiteren Holzfiguren stellen dar: den hl. Christopherus, den hl. Nikolaus (beide um 1520) und den hl. Aloysius (18. Jhd.).

Die zahlreichen Grabsteine, die sich in der Kirche befinden, weisen darauf hin, dass St. Margareta Begräbniskirche für die Schlossherrn von Niederhatzkofen war. Auffallend sind drei monumentale Grabsteine (Maße: ca. 2 Meter mal 1 Meter) aus Rotmarmor im Altarraum:

1.     Epitaph für Burckhard Nothafft von Weißenstein zu Niederhatzkofen, fürstlicher Rat und Pfleger von Rottenburg und Braunau, gest. 26. Dezember 1586

2.     Epitaph für Leo Nothafft von Weißenstein zu Niederhatzkofen, Ritterherr der Landschaft im Rentamt Landshut, gestorben am 23. Januar 1610

3.     Epitaph für Frau Klara Gemahlin des Burckhard Nothafft von Weißenstein, gestorben am 24. April 1599

Im hinteren Teil der Kirche befinden sich zahlreiche Grabplatten aus Solnhofer Kalkstein von Kindern und Angestellten der Schlossbesitzer.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das St.-Margareten-Kirchlein von Niederhatzkofen, unweit des ehemaligen Schlosses gelegen, ein Rokoko-Kleinod darstellt, dessen überraschende Eleganz sicher auch mitgeprägt wurde von den Schlossherren, deren Begräbniskirche St. Margareten offensichtlich war, wie die zahlreichen Grabsteine belegen.

(Text: Willi Niedermeier)

 

 

Filialkirche St. Peter und Paul Unterlauterbach

Unterlauterbach Kirche
St. Peter und Paul Unterlauterbach

Filialkirche von Oberhatzkofen, St. Petrus und Paulus geweiht. Schlichte spätgotische Anlage des 15. Jahrhunderts, barock verändert.

Der Hochaltar trägt rückseitig die Jahreszahl 1683. In der Mitte zwischen zwei gedrehten Säulen schöne spätgotische Holzgruppe „Anna selbdritt“ (Anna , Maria, Jesuskind). An den Seiten die gut geschnitzten Holzfiguren von St. Petrus und Paulus, aus dem 16. Jahrhundert stammend. Im Aufsatz die Barockfigur von Johannes Nepomuk. Bemerkenswert ist die Kanzel von 1695. Sie zeigt einen polygonen Korpus mit gedrehten Ecksäulchen. An den Seiten geschnitztes Rankenwerk und Fruchtgehänge. Im Altarraum links befindet sich ein interessantes Relief aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Es stellt die Himmelfahrt Mariens dar. Maria wird von vier Engeln in den Himmel emporgetragen. Um das leere Grab sind zu beiden Seiten die Apostel gruppiert.

Von den ehedem vorhandenen Seitenaltären blieben noch zwei Holzfiguren, und zwar links der heilige Leonhard (um 1520) und rechts eine moderne Marienstatue. Die Kirche wurde um das Jahr 2000 innen und außen restauriert.

(Text: Willi Niedermeier)

Nebenkirche St. Stephan Unterbuch

Unterbuch Kirche
St. Stephan Unterbuch

Nebenkirche von Oberhatzkofen, St. Stefanus geweiht.

Kleine spätgotische Anlage des 15. Jahrhunderts, im 18. Jahrhundert umgestaltet. Der Altar, um 1760-70 entstanden, hat vier Säulen, seitlich Rokokomuschelwerk und Volutenaufsatz. In der Mitte die Holzfigur des Hl. Stephanus unter einem Baldachin.

Die Decke zeigt zwei Gemälde von W. Artinger, signiert und mit der Jahreszahl 1916: im Chorraum die Geburt Jesu und die Anbetung der Hirten, im Langhaus die Steinigung des Hl. Stefanus. 

An der Kanzel, gleichzeitig mit dem Altar entstanden, sind die vier Evangelistensymbole dargestellt.

In Unterbuch war ehedem ein Edelsitz. 1484 und 1495 wird hier ein „Purkstall“, d.h. eine Burgstelle, erwähnt. Heute befinden sich zwei Bauernhöfe in Unterbuch, die noch die alten Hausnamen (Kirchenbauer und Baumgartner) tragen. 

(Text: Willi Niedermeier)

Schlosskapelle in der Schlossklinik Niederhatzkofen

Niederhatzkofen Schlosskapelle
Schlossklinik Niederhatzkofen (außen)
Niederhatzkofen Schlosskapelle
(innen)

Hauskapelle des ehemaligen Schlosses, jetzt Schlossklinik.Schlichter rechteckiger Raum, Tonnengewölbe mit Stichkappen. Das Altarbild ist ein Relief, das die Aufnahme Mariens in den Himmel darstellt. Alter unbekannt. In jüngster Zeit (Anfang 21. Jhd.) wurden 2 Holzfiguren, Petrus und Paulus darstellend (Spende aus Privatbesitz), hinzugefügt, die jedoch die Größenverhältnisse des Altarbereichs sprengen.

 

(Text: Willi Niedermeier)